Lernwerkstatt

Im Kindergarten wird gebaggert

Klas lässt die rote Baggerschaufel in den Sand sinken, greift eine Fuhre und schaufelt um. Der kleine Baggerführer ist begeistert und strahlt seinen "Baggerlehrer" Kevin an. Der Zehntklässler der Franz-Hillebrand-Hauptschule ist Teilnehmer des Projektes berufsvorbereitende Lernwerkstatt "Metallverarbeitung".
Foto: Regener
Zwei Jahre lang haben die Schüler an insgesamt 53 Nachmittagen in der Metallwerkstatt des Berufsbildungszentrums der VHS unter Anleitung des Meisters Detlef Meiritz geschweißt, geschraubt und gestrichen. Das Resultat kann sich sehen lassen: drei robuste Bagger in Rot und Blau. Solides Spielzeug, das auch Schulleiter Peter Braukmann beeindruckt. Schwer beeindruckt waren auch die Lummerland-Kindergartenkinder, die sich neben dem Deininghausener Kindergarten und der Ökoinsel über das neue Spielgrät freuten.Die Lernwerkstatt "Metallverarbeitung" war bereits die zwölfte erfolgreiche Maßnahme der berufsvorbereitenden Gemeinschaftsprojekte der Franz-Hillebrand-Hauptschule, des Rotary-Clubs und der Volkshochschule.

Rotarier
Gefördert wird das Projekt durch die Bundesanstalt für Arbeit und die Sparkasse Vest. Betreut wird es von den Rotariern Dr. Konrad Koch und Dr. Eckhard Hoffmann, die sich über die Erfolge freuen. Denn in der Regel erlangen die Teilnehmer der unterschiedlichen Projekte zu den Bereichen "Raum, Form, Farbe", "Holz und Gestaltung", "Bürokommunikation" und jetzt "Metallverarbeitung", deren Engagement durch ein Zertifikat bescheinigt wird, einen Ausbildungsplatz oder wechseln gezielt auf eine weiterbildende bzw. berufsvorbereitende Schule.

"1 x 1 des Guten Tons" - Lernwerkstatt im "Riad"

Die beiden Lernwerkstätten "Metall" und "Bürokommunikation" fördern die Schülerinnen und Schüler bekanntlich in vielfacher Hinsicht - vor allem handwerklich.
Ein besonderer Schwerpunkt wurde jetzt zum Abschluss auf den Bereich "Benimm-Regeln" gelegt. Herr Dr. Koch, Projektbeauftragter des Rotary-Clubs Castrop-Rauxel, hatte sich deshalb auf die Suche nach einer kompetenten Dozentin gemacht und war fündig geworden: Frau Schlüter, in allen Fragen des "1x1 des Guten Tons" bestens bewandert, führte zu diesem Thema ein insgesamt 6-stündiges Seminar durch.
Der erste Teil fand im Berufsbildungszentrum der VHS statt. Hier ging es um allgemeine Fragen des guten Benehmens: Begrüßung, Kleidung, Handy und, und, und... Man kann ja so viel falsch machen.

Der zweite Teil war dann ein absolutes Highlight: Das Restaurant "Riad" an der Wartburgstraße war bereit, uns in seine wunderschönen Räumlichkeiten einzuladen. Nach einem Begrüßungs-Aperitif wurden den Schülerinnen und Schülern Grundregeln der Gastronomie vermittelt. So deckten sie ihren Tisch einmal selbst ein.
Anschließend servierte das Haus ein erstklassiges mehrgängiges Menu. Zwischendurch gab es immer wieder Erklärungen von Frau Schlüter sowie dem Restaurantchef, Herrn Hartwig und dem Chef, Herrn Sealiti, persönlich.
Zum Schluss bekamen wir eine Führung und damit einen Eindruck von den sehr vielfältig und abwechslungsreich gestalteten Räumlichkeiten des "Riad" - einschließlich der Außengastronomie direkt am Kanalufer.
Alle Schülerinnen und Schüler ließen sich sehr bereitwillig auf das Thema ein, zu sehen u. a. an der Kleidung, mit der sie sich dem Ambiente im "Riad" bestens anpassten.

Geschraubt, gesägt und gefeilt

Schüler der Franz-Hillebrand-Hauptschule präsentieren die Ergebnisse der Lernwerkstatt "Holz und Gestaltung"

Gestern war es soweit, die jugend- lichen Teilnehmer der Lernwerkstatt "Holz und Gestaltung" präsentierten nach etlichen Stunden sägen, schrauben, schmergeln, feilen, hämmern, kleben und lackieren im Foyer der Franz-Hillebrand-Haupt- schule ihre fertigen Projektarbeiten:
                                      Foto: Thiele
Drei Tischfussballspiele in professioneller Ausführung. Vor zwei Jahren hatten sich die sechs Schüler für die zweijährige, berufsvorbereitende Lernwerkstatt beworben. Unter der Leitung von Schreinermeister Martin Seckelmann sollten sie Einblicke in die Erstellung und Verarbeitung von gebrauchsfertigen Produkten aus Holz und Holzwerkstoffen erhalten. Dabei lernten die Jugendlichen nicht nur den richtigen und vor allem sicheren Umgang mit Raspel und Feile, sondern auch mit elektrischen Geräten und Werkzeugen. Zwei bis drei Stunden arbeiteten die Jugendlichen pro Woche, um das vorgegebene Ziel zu erreichen. Schreinermeister Martin Seckelmann ist vom Resultat beeindruckt:

"Das Ergebnis kann sich sehen lassen!"

"Das Ergebnis kann sich sehen lassen!". Zum erreichen des Ziels mussten die Schüler die "Kicker" Planen und Entwerfen, dann ein Modell und später das Original herstellen. Dabei vermittelte ihnen Martin Seckelmann die Grundkompetenzen vieler technischer Berufe: So zum Beispiel das Lesen von Zeichnungen, das Beachten der Arbeitssicherheit, die Vorbereitung und Pflege von Maschinen sowie der Planung von einzelnen Arbeitschritten. Durch die Aktion der Lernwerkstatt der Hauptschule in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club und der VHS sowie dem Berufskolleg soll der Berufseinstieg für Schüler mit schwankenden schulischen Leistupgen und mangelder Initiative verbessert werden, erklärt Dr. Koch vom Rotary Club. Es gibt Lernwerkstätten in den Bereichen "Metallverarbeitung", "Bürokommunikation" und "Raum-Form-Farbe". Finanziell unterstützt wird die Aktion von der Arbeitsagentur Recklinghausen.

STICHWORT "Lernwerkstatt"

Lernwerkstatt bedeutet, eine Gruppe von maximal zehn Jugendlichen wird einmal in der Woche für zwei bis drei Stunden von einem - nicht von der Schule kommenden - Meister oder Ausbilder in berufsvorbereitenden Fertigkeiten bestimmter Fachrichtung angeleitet. Die Lernwerkstatt beginnt in der Regel in der 9. Klasse und begleitet alle interessierten Schüler über ein bzw. zwei Jahre und bereitet sie so auf einen späteren Einstieg ins Berufsleben vor.


Ein paar letzte Einstellungen und schon kann es losgehen. Niko, "Nippel", Tom, "Nesko" und "Pyro" arbeiten an einem der beiden Kicker im Foyer der Franz-Hillebrand-Hauptschule. Foto: Thomas Gödde